Chili als Arznei
Auf den ersten Blick scheint es unlogisch dass man etwas, was schmerzt als Schmerzmittel einsetzen kann. Tatsächlich aber wurde das Capsaicin der Chilis schon bei Ankunft der Europäer als (äußerlich aufzutragendes) Schmerzmittel verwendet. Abgesehen von der einfach durchblutungsfördernden Wirkung wirkt Capsaicin direkt auf die Nervenzellen ein.
Wir haben unterschiedlich Angaben darüber gefunden, wie es wirkt. Plausibel kommt uns z.B. die Behauptung vor, dass die Nervenzellen nach Einwirkung von Capsaicin Neurotransmitter ausstoßen. Wiederholtes Auftragen von Capsaicin erschöpft den Vorrat der Zellen an Neurotransmittern und der Schmerz lässt nach.
Besonders beliebt scheint die Verwendung von Capsaicin bei Beschwerden wie Rheuma, Rückenschmerzen, Hexenschuss usw. zu sein.
Schäden durch Chili
Diese Bedenken können wir guten Gewissens ausräumen. Das Geschmacksempfinden stumpft wenn man häufig scharf isst, mit der Zeit nicht ab. Lediglich an die Schärfe gewöhnt man sich. Dies hat zur Folge, dass man auch bei Speisen, die für andere Leute nur noch scharf schmecken, die anderen Geschmacksrichtungen wahrnimmt. Milde Speisen kann man nach wie vor genießen. Immerhin kann dieser Gewöhnungseffekt, wenn man Leute zum Essen einlädt, deren Ziel es ist, ganz ohne Gewürze auszukommen, Folgen haben. Chilis greifen auch nicht die Magenschleimhäute an. Es hat sich herausgestellt, dass sie einen gewissen mildernden Einfluss ausüben und auf diese Weise das Risiko für Magengeschwüre (ein wenig) senken.
Die wichtigste Wirkung von Chilis ist aber sicherlich, dass sie die Stoffwechselrate erhöhen und den Kreislauf anregen.
Chilis (dasselbe gilt dann natürlich auch für Gemüse-Paprika) enthalten übrigens eine Menge Vitamin C (Ascorbinsäure). Um von diesem zu profitieren, darf man sie natürlich nicht längere Zeit heiß machen. Das erste reine Vitamin C wurde übrigens von einem ungarischen Chemiker aus Paprikas isoliert. Der Vitamin C-Gehalt von Chilis liegt zwischen 0,1% und 0,3%.
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