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Tipps / Anbauanleitung

Anbauanleitung

Vorbereitung 

Was brauche ich?

Pflanzerde (am besten torffrei)
Pflanzgefäße (z.B. Zimmergewächshaus oder auch verschließbare Salatschalen)
Chilisamen
(Destilliertes) Wasser (Regenwasser ist auch o.k.)
Dünger (mit Phosphat (P2O3), Kali (K2O), Stickstoff (z. B. NO3) und Magnesium (Mg) ist gut)
Thermometer

Vor der Aussaat der Chilies sollten Sie folgendes beachten

1. Beginnen Sie früh genug mit dem Anziehen der Setzlinge. Trotz der Klimaerwärmung
ist die Saison in unseren Breiten doch oft erschreckend kurz und die Chilies kommen nicht
zur Reife.
Beginnen Sie also mit dem Anziehen ca. 7-8 Wochen vor dem Termin, den Sie sich für das
Verpflanzen ins Freiland vorgenommen haben. Wenn Sie die Pflanzen also im Mai ins
Freilandsetzen wollen, ist der März ein guter Termin für die Aussaat der Samen.

2. Chilisamen sind sehr wärmebedürftig! Günstig ist die Aussaat in ein kleines
Zimmergewächshaus. Hier ist die Temperatur in der Regel hoch genug und zudem wirkt
sich dies positiv auf die Luftfeuchtigkeit aus. Für einige tropische Sorten empfiehlt es sich
zudem eine Heizmatte zur Bodenwärmung einzusetzen.

3. Säen Sie Chilisamen niemals in Torf aus!!! Torfböden sind in der Regel zu sauer und
das vertragen die Samen nicht. Benutzen Sie stattdessen eine torffreie Erde. Auch
Torftöpfchen werden sich negativ auf Ihre Chilies auswirken. Der Boden sollte unbedingt
genügend Nährstoffe enthalten. Der Einsatz von Düngern ist hier ratsam.

4. Bereiten Sie sich vor der Aussaat ein geeignetes Pflanzgefäß vor. Ein
Zimmergewächshaus ist optimal. Es geht aber auch eine größere verschließbare
Salatschale aus Kunststoff. Dies ist preisgünstig und erfüllt den gleichen Zweck. Die
Temperaturen und vor allem die Luftfeuchtigkeit sind im Inneren hoch.
Tipp: Ein paar Löcher im Boden der Schale verhindern, dass die Samen bzw. die jungen
Keimlinge nasse Füße bekommen und zu nass stehen. Chilies mögen zwar Feuchtigkeit,
aber keine Staunässe. Wenn man die Salatschale dann in ein zweites Gefäße stellt lässt s
ich die Feuchtigkeit des Bodens gut regulieren.

5. Stellen Sie sich aus dem (destillierten) Wasser und etwas Flüssigdünger einen
Pflanzenbooster her!
Diesen Booster sollten Sie zur Bewässerung verwenden. Zum einen hilft es den Samen
beim Keimen und zum anderen den Keimlingen beim wachsen.

6. Geben Sie nicht auf! Auch wenn Ihre Samen nicht sofort keimen, sollten Sie nicht
vorschnell aufgeben. Einige Sorten brauchen sehr lange zur Keimung. Hier eine kleine
Zusammenstellung der Keimzeiten verschiedener Sorten:

„Normale“ Paprika 6-8 Tage
Die meisten Chilies 15-20 Tage
Habanero 18-25 Tage
Naga Jolokia, Thai Chili 20-55 Tage
Bird Pepper 21-100 Tage

Höhere Temperaturen und der Einsatz von Düngern verringern in den meisten Fällen die
Keimzeiten deutlich.
 

 

Aussaat 

- Die Samen keimen meist besser, wenn sie vor dem Aussäen über Nacht feucht gehalten werden.
Dies kann z.B. mit Hilfe eines gut durchfeuchteten Taschen- oder Küchentuch geschehen.

Die Samen in einem geeigneten Pflanzsubstrat (ohne Torf) nur wenig bedecken.

Achten Sie darauf, dass die Temperaturen stimmen. Ideale Temperaturen zur Anzucht sind 30°C
am Tage und ca. 20 °C in der Nacht. Bei diesen Bedingungen keimen die Samen am besten.

Achten Sie unbedingt auf genügend Licht. Zuviel ist kaum möglich. Wenn Sie keinen sonnigen
Standort haben, kann auch eine Pflanzenlampe nützlich sein.

Achten Sie auf die Feuchtigkeit. Chilies lieben es als Samen und Keimlinge etwas feucht zu
stehen. Das heißt aber nicht, dass die Samen in nasser Erde besser keimen. Also immer feucht,
aber nicht nass halten.

Die Samen und Keimlinge dürfen nie ganz austrocknen.

Sobald die Samen gekeimt sind, sollten Sie das Dach des Gewächshauses bzw. den Deckel der
Salatschale öffnen. Die Keimlinge wachsen dann an einem sonnigen Standort am Besten.

Sie sollten die Keimlinge sobald es möglich ist in eigene Töpfe von ca. 8 cm
Durchmesser umtopfen.

Die Pflänzchen können ins Freiland gesetzt werden, sobald sie stark genug sind und die äußeren
Bedingungen stimmen.

 

 

ins Freiland setzen 

Voraussetzungen und Vorbereitungen

Eine der Voraussetzungen für das erfolgreiche Verpflanzen von kleinen Chilipflanzen ins Freiland
sind die Temperaturen. Dabei kommt es hauptsächlich darauf an, dass die Bodentemperatur sowie
die Nachttemperaturen ausreichend sind. Die Temperatur am Tage ist meist nicht das Problem. Die
Temperatur in der Nacht sollte aber möglichst nicht unter 12 °C liegen. Zudem ist darauf zu achten,
dass auch der Boden mittlerweile aufgewärmt ist. Ein Verpflanzen Anfang bis Mitte April ist also in
unseren Breiten nicht wirklich ratsam. Chilipflänzchen mögen keine kalten Füße und werden es
Ihnen übel nehmen.
Der ideale Zeitpunkt zum Verpflanzen ist ein etwas wolkiger Tag bzw. die Nachmittagstunden, denn
dann ist die Sonne nicht zu stark. Wässern Sie die Pflanzen in den Töpfchen einige Stunden vor
dem Verpflanzen. So können sie frisch und gestärkt den Umzug ins „neue Zuhause“ durchstehen.

Der ideale Standort

Der ideale Standort für Chilies ist bei uns in den meisten Fällen der wärmste und sonnigste Ort des
Gartens. Dieser sollte aber auf jeden Fall auch gut bewässert sein! Möchten Sie die Pflanzen in
einer wärmeren Region auspflanzen, dann sollten Sie darauf achten, dass die Pflanzen am
Nachmittag möglichst etwas im Schatten stehen.

Das Verpflanzen

Heben Sie ein Loch aus, das etwa doppelt so groß ist wie Sie es für Ihr Chilipflänzchen benötigen.
Mischen Sie anschließend die ausgehobene Erde mit Kompost oder anderem gut verrottetem
Material und füllen Sie das Loch mit dieser Mischung wieder auf. Die Erdmischung wird Ihrer Chili
in den ersten Wochen eine gute Startgrundlage bieten. Heben Sie nun aus der gemischten Erde ein
zweites Loch aus, in das Sie tatsächlich das Chilipflänzchen einpflanzen wollen. Dies sollte nur ein
wenig größer sein als der Ballen ihres Pflänzchens. Entfernen Sie nun den Topf Ihrer Chilipflanze
und lockern Sie den Ballen auf der Unterseite vorsichtig auf. Pflanzen Sie ihr Pflänzchen in dieses
Loch und denken Sie daran dieses im Anschluss gut zu wässern. So sollte ihr kleines
Chilipflänzchen gut anwachsen und gedeihen.
Vergessen Sie nicht Ihre Chilipflanze regelmäßig zu düngen. Das steigert den Ertrag und macht
Ihre Pflanze kräftiger.
Die Pflanzabstände im Freiland hängen selbstverständlich von der zu erwartenden Größe der
Pflanze ab. Generell sind aber bei den meisten Chilies Abstände von 40-60 cm zwischen den
Pflanzen und ein Abstand der Reihen von 40-90 cm ein guter Richtwert. Die Pflanzen sollten etwas
versetzt gepflanzt werden.

 

 

 

Topfkultur 

Für die Topfkultur können Sie fast genauso verfahren wie in der Freilandkultur. Auch hier ist es
günstig einen nährstoffreichen und lockeren Boden zu verwenden. Lockern Sie auch hier den
Ballen etwas auf bevor Sie das Pflänzchen einpflanzen. Denken Sie auch hier daran, Ihre
Chilipflanze regelmäßig zu düngen. Das steigert den Ertrag und macht Ihre Pflanze kräftiger.

Dünger

Welchen Dünger sollte ich verwenden?
Für Ihre Pflanze macht es kaum einen Unterschied aus welcher Quelle sie ihre Nährstoffe
bezieht. Es ist also relativ egal, ob man einen anorganischen oder einen organischen Dünger
verwendet. Für den Boden, in dem Ihre Chilipflanze lebt, macht es allerdings schon einen
Unterschied. Ein organischer Dünger wirkt sich hier deutlich besser auf das Bodenleben
mit Kleinsttieren, Pilzen und Bakterien aus. Wir empfehlen daher die Verwendung von
organischen Düngern. Etwas ungewöhnlich, aber hoch effektiv ist der Einsatz von Fischdünger
und Seegras. Fischdünger wird tatsächlich aus Fisch gewonnen und enthält sehr viel Stickstoff.
Dies wirkt sich besonders in den ersten Wochen sehr positiv auf das Wachstum aus und
beschert Ihnen kräftige Pflanzen mit tiefgrünen Blättern. In der ersten Zeit sollte man einmal
wöchentlich düngen. Später kann man die Spanne auf alle drei bis 4 Wochen ausdehnen
(Fisch-Mix von BioBizz). Für das Wurzelwachstum der ersten Wochen ist zudem ein Dünger aus
Seegras zu empfehlen (z.B. Alg- A-Mic und Root Juice von BioBizz). Diese Dünger sind extrem
reich an Kalium und einer Vielzahl weiterer Spurenelemente. Diese stärken die Pflanze und
machen Sie widerstandsfähiger bei Hitzestress, Austrocknung und Schädlingsbefall.
Hinweis: Fischdünger wird nicht nur aus Fisch gewonnen, er riecht auch stark danach.
Sie sollten diesen Dünger also nur im Freiland einsetzen. In geschlossenen Räumen ist die
Verwendung eines „harmloseren“ Grünpflanzendüngers eher ratsam (z.B. Bio-Grow).

Ernte

Ernten kann man selbstverständlich erst, wenn auch Früchte an der Pflanze hängen.
Dann sollte man aber auch nicht zu lange mit der Ernte warten. Ernten Sie Ihre Chilies immer
sobald sie die endgültige Farbe erreicht haben. Die Erträge sind bei regelmäßiger und
zeitiger Ernte deutlich besser.


Viel Erfolg und Freude mit unseren Chilies wünscht das Schwarzwald Chili-Team! PDF download